Mein Berlin ich liebe Dich
Berlin. F-hain. Meine Wohnung. Und wieder stellt ein Zimmerbewerber diese Frage: „Bist du wirklich Berlinerin?“. Ja klar man! Wo sollen denn die ganzen Berliner hin sein?
Wieso fragt man mich das ständig? Na jedenfalls war es eine warme Sommernacht und wir haben uns bei 1, 2, um genau zu sein 8 Gläsern Wein aufm Balkon unterhalten. Er nett. Ich betrunken. Toller Altbau. Passt. Wie Arsch uff Eimer, sagt meene Oma immer! Er zieht ein. Und ich zeig ihm Berlin. Chris, mein neuer Mitbewohner aus Münster, wollte am Sonntag „die Promenade“ besuchen. Promenade? Wasn hier los? Et jibt Straßen. Große, Kleine, Laute, Schöne und Hässliche. Aber eine Promenade??? Naja, vielleicht Kastanienallee. Castingallee wird sie auch so liebevoll von uns bezeichnet. Was man da findet? Models, Stars, Freaks, Berliner, Yuppies, Normalos, Touristen, Cafe´s, Bars, Clubs, hin und wieder nen bekloppten Fahrradfahrer und jeeeede Menge Kinderwagen. Die Allee befindet sich mitten im Prenzlauerberg. Der kinderreichste Bezirk in ganz Europa. (Nur mal so zur Info) Warum, frag ich mich? Machen die Leute hier besonders viel Liebe? Oder schützen sie sich nicht? Oder sind es doch nur die ganzen Latte-Macchiato-to-go-für-3,80-Trinker in den besten Mitdreißigern? Na jedenfalls gehen wir da hin! Mit der M10 (übrigens die Partytram hier) bis U-Bahnhof Eberswalder Straße. Und dann von der Sparkasse Richtung Zionskirchplatz. Auch wenn sich hier Vieles verändert hat, ist es nicht schlecht. Ich bin gern hier. Schaue mir die Leute an. Gehe in diverse
„Getränke und Speisen zubereitende Lokalitäten“. Gleich am Anfang ne Currywurst
bei „Konnopke´s Imbiss“, dann ein Käffchen im „Schwarzsauer“, Musik ausm Prater Garten, ein Bierchen im „La Boum“ und einen Snack im „Fishing for compliments“.
Hey! Heute ist doch Sonntag, fällt mir wieder ein. Wir gehen auf den Flohmarkt. Durch diesen glorreichen Einfall, halte ich es für das Mindeste mir ein Erfrischungsgetränk aus biologischem Anbau mit Holundergeschmack zu gönnen. Denn es ist Hochsommer. Da ist Berlin echt am schönsten. Ab durch die Oderberger zur Bernauer Straße. Der Flohmarkt ist toll. Lauter ekliger Ramsch, Tünüff und Gedöns. Dem einen Wiederverkäufer haben wir eine alte Taschenuhr abgekauft. Also ich gucke mir ja echt gerne Alles und Jeden an. Aber hier darf ich den Leuten einfach nicht direkt in die Augen sehen und mich nicht in „hach-so-amüsante-Gespräche“ verwickeln lassen. Diese fiesen Schweinepriester. Die bekommen dann immer son Hundeblick. Und ich werd weich. Naja. 2 Euro. Geht noch. Schick ist sie. Nur kaputt. Aber egal. Und wir hatten ein echt amüsantes Gespräch.
Vom Mauerpark umme Ecke hören wir improvisierte Trommelmusik, riechen leckere Bratwürstchen, die es sich auf dem Grill so gut gehen lassen, wie eine Tussi im Solarium, schlendern durch den Park und quatschen. Der Tag war schön! Und jetzt gehts nach Hause. Spaghetti mit Tomaten und Parmesan essen und dabei „perfektes Promidinner“ gucken!
Auf dem Rückweg stehen wir am S-Bahnhof Schönhauser Allee und warten auf die Bahn Richtung Frankfurter Allee. Plötzlich fiel Chris etwas auf. Da steht am Abhang zu den Gleisen vor uns ein Baumstamm. Mit nem Stuhl drauf! Komisch, meint er.
Ick sag nur: Dit is Kunst. Dit ist Berlin. Mein Berlin!






