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Die Berlinale

Berlinale 2009Ein Doppelleben auf der Berlinale. Es ist fünf Uhr morgens, an diesem kalten Februarmorgen. Der Wecker klingelt hartnäckig. Auf zur Arbeit? In den Urlaub? Keineswegs! Der Vorverkauf der Berlinale startet heute! Warum so früh? Die Kassen machen erst um 10 Uhr auf. Tja, wer die heiß begehrten Karten ergattern will, muss bereits im Morgengrauen auf der Matte stehen. Nach ein paar Minuten werden die ersten Filme ausverkauft sein. „Same procedure as every year“: geduldig Schlange stehen. Werde ich heute die Erste sein? Aber nein! Vor mir warten schon einige: stehend, sitzend manche sogar liegend. Gewappnet mit Zeitungen, Decken, Kaffee und dem Berlinale-Programm. Ein Paar bekannte Gesichter sind auch dabei. Man grüßt sich. Ein Jahr ist vergangen. Welche Filme sind die Favoriten? Welche muss man unbedingt sehen? Welche werden einen Bären gewinnen? Wird George Clooney dabei sein? Clint Eastwood? Cate Blanchett? Sharon Stone oder Matt Damon? Draußen geht das Leben weiter, der Alltag, kalt und grau, die Monotonie, Menschen gehen zur Arbeit, es wird verhandelt, gekämpft, gewonnen, verloren, Kinder werden geboren, Kriege geführt, Gesetze gemacht und gebrochen… Wir aber, hier, wir begeisterten Cineasten, sind vor all dem geschützt, in unserer kleinen Welt. So sicher in unserem kleinen kuscheligen Doppelleben vereint: Für die nächsten zwei Wochen führen wir ein Parallel-Leben. Wir haben uns abgenabelt, wir sitzen alle im selben Boot. Es ist soweit: Die Kassen öffnen! Schnell! Sei bereit! Deine Liste im Kopf, das Programm in der Hand. Die Liste, die gehst Du im Kopf ganz schnell nochmal durch. Sprich deutlich! Sprich schnell! Datum, Kino, Film, keine Kreditkarten, nur Bargeld. Und dann: welche Erleichterung! Aufgeregt, mit der „Beute“ in der Hand laufen wir nach draußen, auf den Potsdamer Platz.

Jetzt sind sie alle da, die ausländischen Besucher, Journalisten, Filmemacher. Alle Cafés sind voll. Eine Gruppe Filmfans wartet geduldig auf Cate Blanchett. Sie gibt gerade eine Pressekonferenz. Die Atmosphäre ist voller Energie, voller Erwartung. Am Abend ist es dann soweit: Die vielen Promis, die Stars, die Filmemacher steigen aus den Limousinen, posieren unter den Blitzlichtern. Die Fotografen rufen, „Miss Theron, here please“. Drinnen im Kino sind die roten Samtsessel alle besetzt. Mit etwas Glück sitzt man in den vorderen Reihen, am Rand rechts. Kurz vor der Vorstellung werden Darsteller und Regisseur angekündigt. Sie betreten den Raum von vorne rechts und gehen direkt an uns vorbei. Das Publikum ist gespannt. Unter den Scheinwerfern: die Stars: Charlize Theron, wunderschön in ihrem blauen Pailletten-Abendkleid, schreitet elegant herein, lächelt, das Publikum klatscht begeistert. Sie ist noch schöner als auf der Leinwand! Jetzt wird es dunkel. Der Film beginnt. Spätestens jetzt steht fest: Morgenstund’ hat Gold im Mund.

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