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Die 60. Berlinale

Neben Cannes und Venedig ist die Berlinale eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt. Dieses Jahr feiert sie Ihren 60. Geburtstag und zeigt in einer großen Retrospektive Filme, die auf den Berlinalen der Vergangenheit kontrovers diskutiert wurden und inzwischen Klassiker der Filmgeschichte sind.

Es ist fünf Uhr morgens an diesem kalten Februarmorgen. Der Wecker klingelt hartnäckig. Auf zur Arbeit? In den Urlaub? Ganz falsch. Heute beginnt der Vorverkauf für die Berlinale. Werde ich die erste in der Schlange sein? Nein, nur Nr. 6. Einige hartgesottene Fans haben sind schon die ganze Nacht hier. Ein paar bekannte Gesichter sind auch dabei. Man grüßt sich. Welche Filme sind die Favoriten? Welche muss man unbedingt sehen? Welche Stars kommen in diesem Jahr? 2009 waren es Kate Winslet, Ralph Fiennes, Renee Zellweger, Demi Moore, Michele Pfeiffer, um nur einige zu nennen.
Draußen geht das Leben weiter, der Alltag, kalt und grau, die Monotonie, Menschen gehen zur Arbeit, es wird verhandelt, gekämpft, gewonnen, verloren, Kinder werden geboren, Kriege geführt, Gesetze gemacht und gebrochen… Wir aber, hier, wir begeisterten Cineasten, sind vor all dem geschützt, in unserer kleinen Welt. Und dann ist es soweit: Die Kassen öffnen! In ein paar Minuten sind die beliebtesten Filme ausverkauft. Dann die große Erleichterung. Aufgeregt, mit der „Beute“ in der Hand laufen wir nach draußen, auf den Potsdamer Platz. Jetzt sind sie alle da, die ausländischen Besucher, Journalisten, Filmemacher. Alle Cafés sind voll. Einen Abstecher in die Lobby vom Hyatt. Fotografen und eine Gruppe Filmfans warten geduldig auf Cate Blanchett. Sie gibt gerade eine Pressekonferenz. Wer wird dieses Mal einen Bären gewinnen?
In den Sektionen „Forum des junges Films“ und „Panorama“ werden weniger prominente Filme und low-budget Produktionen gezeigt, die oft interessanter und gewagter sind als der Mainstream im Festivalprogramm. Ich persönlich bin ein Fan des Kurzfilmwettbewerbs. Lauter kleine Perlen aus ganz vielen verschiedenen Ländern und Welten. Und trotzdem: Was wäre die Berlinale ohne die Stars auf dem roten Teppich und den Glamour drumrum? Für die nächsten 12 Tage werde ich mich aus dem normalen Leben verabschieden. Ihr findet mich hier in dieser anderen Welt, in meinem Parallelleben, bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin.

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